Ikebana

Ikebana, die japanische Blumenkunst, wird heute in aller Welt praktiziert. Die Übersetzung lautet: lebende Blumen (Ikiteiru= leben, hana = Blumen), jedoch benutzen die Schulen und die Ikebanalehrer lieber das Wort Kadou (ka = Blumen, dou = der geistige Weg oder die Lehre). Als Kunstform wurde Ikebana in Japan entwickelt und war jahrhundertelang Adel, Samurai und Mönchen vorbehalten. Ausschließlich Männern versteht sich. Erst im 19. Jahrhundert fand Ikebana seinen Weg auch in die Bürgerhäuser.
Es gibt beim Ikebana verschiedene Stilrichtungen die von den jeweiligen Schulen unterrichtet werden. Zu den bekanntesten zählen Sogetsu, Ohara und Ikenobo. Die Schulen bevorzugen oft spezielle Gefäße, wobei die Ikenoboschule eine sehr eigenwillige und markante Gefäßform kreiert hat an denen man Ikenobo-Ikebana unweigerlich erkennt. Ikebanagefäße sind meist aus Keramik, aber auch fast jedes andere Material ist denkbar, sofern es wasserdicht ist. Deshalb haben Ikebanakörbe immer einen Einsatz für das Wasser, früher meist aus Bambus, heute in der Regel aus Kunststoff, seltener aus Glas.
Wer sich mit Ikebana beschäftigt wird bald feststellen, dass er in erster Linie zwei Dinge braucht: eine Ikebanaschere und einen Kenzan (Blumenigel). Ein Kenzan ist aus Metall und er ist schwer. Das ist wichtig, denn bei einem asymetrischen Blumengesteck muss er die überhängende Last halten. Erst danach kommen die Gefäße: eine Basicschale mit der man endlos variieren kann, eine Nageire (hohe Vase) und sicher auch bald ein Ikebanakorb. Die selbstgemachte, japanische Blumenkunst bekommt bestimmt einen Ehrenplatz in der Wohnung. Betonen kann man es durch ein Hanadai, eine Unterlage oder kleine Plattform auf dem das Gefäß platziert wird, und eine Stellwand die einen schönen Hintergrund für das Gesteck bildet.

Die japanische Blumenkunst ist ein Hobby das uns mehr gibt als hübsche Deko fürs Wohnzimmer. Die Beschäftigung mit den Blumen, die Konzentration auf das Wesentliche und das Arrangieren von Blüten und Gräsern schenkt uns innere Ruhe und schärft die Sinne für die Schönheit der Natur.
Ein Ikebana-Arrangement spiegelt die Gefühle des Gestalters und symbolisiert die kosmische Ordnung von Himmel, Erde und Menschheit.

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